Das Stadtbad Oderberger Straße im Prenzlauer Berg

Das Stadtbad Oderberger Straße (auch Stadtbad Prenzlauer Berg genannt) ist eine im Jahr 1902 erstmals eröffnete Badeanstalt in der Oderberger Straße im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg.

Ende 1986 sorgte eine Schließung für einen mehrjährigen Leerstand. Es hat sich daraufhin recht schnell eine Anwohnerinitiative gebildet, die sich zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und die Immobilie gekauft hat, mit dem Ziel, es als öffentliches Schwimmbad zu sanieren.
Aus Gründen hat dies leider nicht geklappt, allerdings hat die Genossenschaft erreicht, dass die ehemalige Volksbadeanstalt ein zweites Leben als Off-Location bekam. Gerade in der Nachwendezeit haben hier bis 2010 Tanzperformances, Theateraufführungen und wilde Partys stattgefunden.

Nach einem Eigentümerwechsel und umfangreichen Sanierungsarbeiten wird das Stadtbad seit Herbst 2016 wieder als Badebetrieb, aber auch als Hotel genutzt. Der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz.

Zur Geschichte der Volksbadeanstalt

Nachdem das Gebiet des Prenzlauer Bergs schon bis zum Beginn der Gründerzeit rasant bebaut wurde und dabei öffentliche Bauten vernachlässigt wurden, besann sich die Stadt Ende der 1870er und begann mit dem Bau öffentlicher Einrichtungen und man errichtete Ende der 1890er eine „Volksbadeanstalt“.

Diese Ornamente und zahlreiche Trümmer lagen lange im Dornröschenschlaf im Hinterhof des Stadtbades. Vor 100 Jahren zierten sie den Mädchen – und Knabeneingang zur Gemeinde-Doppelschule, der sich hinter dem Stadtbad befand.  Eine dieser historischen Einfahrten sollen laut Stadtbad-Baublog originalgetreu wiederhergestellt werden.

Um 1900 entstanden in Berlin zahlreiche öffentliche Bäder. Diese Entwicklung ging auf die Forderung des 1873 gegründeten Berliner „Verein für Volksbäder“ nach Verbesserung der Hygiene der ärmeren Bevölkerung zurück: „Jedem Deutschen wöchentlich ein Bad“, wobei man unter „Bad“ in erster Linie ein Brausebad verstand. Nur die Wohnungen der Oberschicht waren seinerzeit mit Bädern ausgestattet.
Deshalb galt es, die gewaltigen und katastrophalen hygienischen Probleme ebenso wie die Seuchen in der rasant wachsenden Gründerzeitstadt und in deren dichtbesiedelten Arbeiter- und deren Armutsviertel in den Griff zu bekommen.
Erste positive Ergebnisse mit vereinseigenen Bädern überzeugten den Magistrat, woraufhin in Berlin zahlreiche öffentliche Badeanstalten geplant wurden.

1936 erfolgten einige bauliche Veränderungen: die von Hoffmann konzipierten Lichthöfe wurden nun aus Platzmangel überbaut. Den Krieg überstand das Gebäude ohne große Schäden.
Auch in der DDR wurde es weiterhin als Stadtbad genutzt, 1977 erhielt es zusätzlich eine Sauna. Das Schwimmbad war ein bedeutender sozialer Bezugspunkt für die Menschen in der Umgebung – viele hatten hier schwimmen gelernt und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts waren die öffentlichen Duschen auch für die Hygiene immens wichtig.

Um die Heizanlage zu verbessern, erhielt der Komplex einen Schornstein-Anbau aus Beton. Das änderte die Statik so stark, dass danach Risse im Beckenboden und in den Deckengewölben auftraten. Das Bad musste daraufhin zum 11. Dezember 1986 aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.
Die Wannen- und Duschbäder und die Sauna waren noch einige Zeit in Betrieb, jedoch 1994 und 1997 ebenfalls geschlossen.

Das  dokumentierte Baugeschehen kann auf dem Baublog der Besitzerin Barbara Jaeschke nach verfolgt werden. Das Stadtbad Prenzlauer Berg befindet sich in der Oderbergerstraße 57/ 59, in 10435 Berlin.


Zusammengefasst

Kategorie: Kultur
Bundesland: Berlin/Germany
Baujahr: 1899-1902
Verlassen seit: 1986
Status: saniert, restauriert, wieder eröffnet
Gesamtfläche:
Denkmalschutz: Ja
Architekt: Ludwig Hoffmann

Erkundet: 2010
Foto-Copyright: URBAN ARTefakte
Text-Quellen: Wikipedia, Stadtbad-Baublog, Stadtbad-Oderberger (Archiv)

https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbad_Oderberger_Straße
https://stadtbad-baublog.tumblr.com/
https://web.archive.org/web/20110824060646/http://www.stadtbad-oderberger.de/start_n.htm

 

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