Das Stattbad Wedding

Die ehemalige Volksbadeanstalt

Das Stadtbad Wedding kann inzwischen auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. In dieser Zeit wurden zahlreiche Um- und Ausbauten realisiert.
Die ursprüngliche Form der Badeanstalt wurde von Ludwig Hoffmann entworfen. Ein Architekt, der neben zahlreichen anderen Bauten in Berlin auch das Stadtbad Oderberger Straße im Prenzlauer Berg geplant hat.

Im ehemaligen Arbeiterbezirk Wedding war Wohnraum knapp, sanitäre Einrichtungen oder fließend Wasser gab es nur selten. Die Bürger des Wedding nutzten die im Stadtbad Wedding zahlreich vorhandenen Badewannen, um den Dreck der vergangenen Arbeitswoche abzuwaschen. Die einzelnen Wannen wurden dabei minutenweise vermietet.
Eine Vorreiterrolle beim Thema Geschlechtertrennung übernahm das Stadtbad Wedding nach der Errichtung der zweiten Schwimmhalle. Als erste Badeanstalt Berlins war es von nun an möglich, dass Männer und Frauen gleichzeitig, aber in getrennten Bereichen der Badeanstalt schwimmen konnten.

1907 wurde die Einrichtung eingeweiht; ihre Hauptbestandteile waren zwei Schwimmbecken, die entsprechend ihrer Abmessungen als „Kleine Halle“ und als „Große Halle“ bezeichnet wurden. Die Kleinere durfte nur von Frauen, die Größere nur von Männern benutzt werden. Darüber hinaus gab es eine reine Bäderabteilung und Umkleidemöglichkeiten. Die ursprüngliche Architektur ähnelte dem Stadtbad Oderberger Straße, das bereits zuvor nach Hoffmanns Plänen gebaut worden war. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Hauptgebäude an der Gerichtstraße zerstört.

In den späten 1950er Jahren ließ das damalige Bezirksamt Wedding den Hauptbau unter Beibehaltung der Grundmauern und der Abmessungen im Zeitgeist wieder aufbauen. Die Fassade erhielt eine Verkleidung aus roten und grauen Glasscheiben, neue technische Einbauten wurden vorgenommen. Die kleine Halle wurde nun als Kinderbad eingerichtet und erhielt unter anderem eine Rutsche in Form eines Elefanten.
Der backsteinerne Bautrakt mit der großen Schwimmhalle, der sich zur Ravenéstraße hin erstreckt, war erhalten und konnte nach Reparaturen und Sanierungsarbeiten wieder nutzbar gemacht werden. Nach Jahrzehnten intensiver Nutzung musste das Stadtbad aus baulichen und hygienischen Gründen im Jahr 1999 schließen.

Unter dem neuen Namen STATTBAD kehrte ab 2009 das Leben in die einzigartigen Räumlichkeiten des Schwimmbades zurück, inklusive einer Nutzung für temporäre Events und Streetart-Ausstellungen in den beiden erhaltenen Schwimmhallen.
Kunst und Kultur ist das Nutzungskonzept der neuen Eigentümer Gruppe, ein vitales Haus mit Ateliers & Studios, Kreativ-Arbeitsplätzen und reichlich Platz für Ausstellungen, Fotoshootings, Konzerte, Theater, Lesungen und Party Events.

Im Internet-Archiv kann man übrigens noch die alte Homepage vom ursprünglichen „Stadtbad Wedding“ finden . Unter dem Menüpunkt „Download-Presentation“ ist es immer noch möglich, die wirklich spannende PDF-Datei „Stadtbad Wedding“ downloaden und durchlesen zu können.

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