Relikte aus Wünsdorf, die aus der Geschichte wachsen

Die Reste von Klein-Moskau

Wünsdorf war eine russische Stadt in der DDR, ein geheimer Ort, abgeschirmt vom Rest des Landes. DDR-Bürger hatten keinen Zutritt in den militärischen Teil, es gab aber auch ein ziviles Wünsdorf, in dem normale DDR-Bürger wohnten.
Ein Spaziergang durch eine Geisterstadt und zugleich durch preußische, deutsche und sowjetische Geschichte zeigt die Überreste dieser Ära.

Skulptur eines Jet-Piloten (Juri Gagarin) vor der ehemaligen Kommandantenvilla in Wünsdorf-Waldstadt (Brandenburg, Deutschland), 1953–94 Sitz des Kommandostabes der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (Zehrendorfer Straße/Ecke Fritz-Jaeger-Allee)

Diese einst geheime Stadt mit früher 75.000 Einwohnern war für DDR-Bürger Sperrgebiet. Nach dem Abzug der Sowjet kurz nach der Wende blieben blieben nicht nur leere Kasernen zurück.
Wünsdorf allein umfasste fünf sowjetische Militärstädte unterschiedlicher Truppenteile. Vier-, fünf,- ja sogar sechsstöckige Wohnhäuser gehörten dazu, Sportstätten, Schulen, Schwimmbäder, Kinos auf einer Fläche von rund 600 Hektar und damit fast dreimal so groß wie der Berliner Tiergarten.

Ein interessantes Gebäude befindet sich bis heute in der Zehrensdorferstraße 4 in Wünsdorf/ Waldstadt: die Kommandantenvilla. Hier hielt sich der Kommandant während der jährlichen Manöverübungen des Militärtruppenlagers Zossen auf, das 1910 in den Standort ausgelagert wurde.
Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde das Gebäude ebenfalls militärisch genutzt. Ab 1945 verwendeten die Sowjetischen Truppen dieses Gebäude als Luftwaffenmuseum.

Was das obige Mahnmal: Никто не забыт, ничто не забыто betrifft, habe ich nichts dazu im Netz fnden können. Der bekannte Slogan: „Nichts ist vergessen, niemand ist vergessen“ wird allerdings an vielen Standorten der ehemaligen DDR zu lesen gewesen sein. Ganz in diesem Sinne wird diese verfallene Villa auch heute noch vom Piloten Juri Gagarin „überwacht“:

Mittlerweile werden Fototouren (go2know.de), sogar Touren im sowjetischen grauen Kleinbus (berlinstaiga.de) und Rundgänge „Auf den Spuren der Russen“ angeboten: zu überwucherten Kasernen und Truppenübungsplätzen, Spitzbunkern, unterirdischen Waffendepot-Labyrinthen, stillgelegten Flugplätzen samt kyrillischen Graffiti.

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