Außenanlage vom Bahnbetriebswerk Pankow

Der Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin-Stettin wurde am 1. Oktober 1893 eröffnet, seit dem 8. August 1924 erfolgte dort ein elektrischer S-Bahn-Betrieb. Das an den Bahnhof angrenzende Bahnbetriebswerk Pankow-Heinersdorf mit Wasserturm und Ringlokschuppen wurde Ende der 1990er-Jahre stillgelegt.

Bis heute wird das Gelände immer weiter zurückgebaut. Die Gleisstränge sind bis heute schon größtenteils demontiert und abtransportiert. Das gesamte südliche Gelände ist beräumt. Nur im Bereich der nördlichen Anschlüsse sind die Bodenprofile noch sichtbar. Hier befinden sich sogar noch Gleisreste.

Der gewaltige Lokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerks mit Rangierbahnhof und zwei Drehscheiben ist der letzte seiner Art, der in Deutschland gebaut wurde und stellt heute ein beinahe einzigartiges Relikt dar.

Neben dem Ringlokschuppen gehören aber auch noch ein Sozialgebäude und weitere Anbauten zum Gebäudeensemble des Industriedenkmals, welche ca. 1904 (und einige mit Bestimmtheit auch noch sehr viel später) erbaut wurden.

Das Rundhaus wurde 1893 fertiggestellt. Seine Kuppel hat einen Umfang von 40 Meter (zum Vergleich: die Kuppel des Petersdoms in Rom umfasst etwas mehr als 42 Meter).
24 Gleise wurden von dort aus bedient, was den Rangierbahnhof zu einem der größten in Deutschland machte.

Lok-Schuppen dieser Art waren eine wichtige Bauaufgabe zu Beginn des Eisenbahnzeitalters. Sie boten aufgrund ihrer kreisrunden Bauweise mit dem charakteristischen Kuppeldach im Unterschied zu herkömmlichen Lokschuppen den Vorteil, dass auch die in der Mitte gelegene Drehscheibe vor Witterungseinflüssen geschützt blieb; die Abstellgleise für die Lokomotiven liegen dabei sternförmig um sie herum. Hier die außen liegende Drehscheibe:

Seit dem Abriss des Rundlokschuppens in Paderborn 1978 existieren in Deutschland gerade noch zwei Bauten dieser Art. Neben dem Gebäude in Pankow befindet sich ein zweites Rundhaus auf dem Rangierbahnhof in Berlin-Rummelsburg. Weitere Lokschuppen dieser Bauart stehen noch in Polen und im ehemaligen Ostpreußen, das heute zu Russland gehört.

Kaum zu übersehen ist auch der ruinöse Zustand des Industriedenkmals. Während das Rundhaus in Rummelsburg weiter verfällt, gibt es für den Rundlokschuppen in Pankow indes ein wenig Hoffnung.

Nachdem lange Zeit die Deutsche Bahn Eigentümer des Rangierbahnhofs war, hat der Möbelhändler Krieger das Areal vor einiger Zeit aufgekauft. Er plant auf dem benachtbarten Gelände des früheren Pankower Güterbahnhofs den Bau eines neuen Stadtviertels mit Wohnungen, vielen Einkaufsmöglichkeiten und einem neuen Möbelhaus.

1995 wurde dort die letzte Lok repariert. Das denkmalgeschützte Gebäude verfällt zusehends. Das Holzdach verrottet durch äußere Wettereinflüsse, das Gelände ist vom Vandalismus fast völlig ruiniert und zerstört. Nur vereinzelte Streetart-Werke lassen hier einem das Herz noch etwas höher schlagen, die der Tristesse mit ihren Farben etwas in ihrer Ruhe stören.

Abschließend gibt es noch etwas Bewegtbild mit dem (für mich) besten Drohnen-Filmer Berlins:


Zusammengefasst

Kategorie: Schienenverkehr
Bundesland: Berlin/Germany
Baujahr: 1893
Verlassen seit: 1997
Status: unsaniert
Gesamtfläche: ca. 250.000 m²
Denkmalschutz: ja
Architekt: –

Erkundet: 2013
Foto-Copyright: URBAN ARTefakte
Text-Quellen: Rottenplaces, Wikipedia, Theissing, Stadtbild Berlin, Berlin030

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