Norddeutsche Eiswerke (Eisfabrik) in Mitte

Auf der Berliner Kreuzberger Seite harrt ein stillgelegtes, aber umso eindrucksvolleres Objekt auf seine Wiederbelebung: die auf einem als kleiner königlicher Holzmarkt entstandenen Grundstück errichtete Anlage der 1872 gegründeten Norddeutschen Eiswerke A.G.
Die Eisfabrik in Berlin-Mitte ist das letzte Gebäude das an die Zeiten der Eisindustrie und die Norddeutschen Eiswerke erinnert. Sie gehört zu den ältesten noch erhaltenen Eisfabriken in Deutschland; der Betrieb wurde erst 1995 eingestellt.
Seitdem steht das Gelände an der Spree in der Köpenicker Straße 40/41 leer. Obwohl die Fabrik unter Denkmalschutz steht, soll sie abgerissen werden.

Auf dem 1893 von ihrem Gründer Carl Bolle erworbenen Grundstück Köpenicker Straße 40-41 ließ die Norddeutsche Eiswerke A.G. 1909 – 1910 von dem Bauunternehmer Albert Biebendt an der Straße eine zwei Höfe umschließende Wohn- und Fabrikanlage errichten.
Zur Eisfabrik gehören auch mehrere Kühlhäuser, die zur Dämmung mit 15 cm dickem Kork zwischen den Wänden ausgestattet sind.

Die zwischen 1913 und 1922 auf dem 11.000 Quadratmeter großen ufernahen Areal entstandenen drei Kühlhäuser und die Eisfabrik mit Kessel- und Maschinenhaus sind trotz z.T. schwerer Kriegsschäden ebenso überliefert wie die den westlichen Hof umschließende Wohn- und Fabrikanlage.

Von besonderem Zeugniswert ist die im Maschinenhaus aufgestellte Kältemaschine der Firma Linde von 1914. Auch das am Spreeufer 1913-14 errichtete Kessel- und Maschinenhaus beeindruckt mit seiner klaren, bereits der frühen Moderne verpflichteten neoklassizistischen Ziegelarchitektur. Vor allem das Maschinenhaus prägt mit einem tempelartig ausgebildeten Giebel den Uferraum.

Das Kessel- und Maschinenhaus besitzt eine klare, neoklassizistische Ziegelarchitektur nach dem Vorbild der frühen Moderne. Es zeichnet sich durch einen tempelartig ausgebildeten Giebel aus, der zahlreiche Dekorationselemente aus Ziegeln bildet.

An der Straßenseite befindet sich ein Wohngebäude, dessen rechter Teil im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Das noch erhaltene Haus steht als Teil der Gesamtanlage ebenfalls unter Denkmalschutz und soll nicht wie die Fabrik abgerissen, sondern saniert werden.
Es wird kolportiert, dass sich an der Fassade ein Eisbär befunden haben soll. Dafür spricht, dass sich zwei Häuser weiter ein Restaurant mit dem Namen „Zum Eisbär“ befand.

Siehe dazu auch: Stadtentwicklung Berlin Denkmale (PDF; Seite 10) sowie die Homepage einer Bürgerinitative für den Erhalt der Eisfabrik. Abschließen möchte ich das Ganze mit folgendem Clip:


Zusammengefasst

Kategorie: Industrie
Bundesland: Berlin/Germany
Baujahr: ab ca. 1893
Verlassen seit: 1995
Status: unsaniert
Gesamtfläche: ca. 11.000m²
Denkmalschutz: Ja
Architekt:

Erkundet: 2013
Foto-Copyright: URBAN ARTefakte
Text-Quellen: Wikipedia, Stadtentwicklung Berlin, Eisfabrik Berlin-Mitte

2 Gedanken zu “Norddeutsche Eiswerke (Eisfabrik) in Mitte

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