Ballhaus Charleston in Köpenick (in Bearbeitung)

Riviera und Gesellschaftshaus Grünau

Direkt an der Regattastrecke des Flusses Dahme wurde Ende des 18. Jahrunderts das Ballhaus Riviera und daneben das Gesellschaftshaus Grünau mit 9m hohem Saal und weiteren Gebäuden errichtet, welches auf Veranlassung des Berliner Börsenmaklers Schmidt gebaut wurde.

Die Riviera Grünau in der Regattastraße ist ein historisches Gebäudeensemble für große Tanz- und Freizeitvergnügen im Berliner Bezirk Köpenick mit einem ehemals imposanten Ballsaal direkt an der Straße gelegen. Es entwickelte sich aus einem einfachen Ausschank um 1888. Kernstück war das Restaurant Bellevue.
Trotz des heutigen Verfalls und der nüchternen Außenfassade ist im Inneren der Gebäude die Jugendstilarchitektur der vorletzten Jahrhundertwende noch sehr gut zu erkennen.

Es gab dort eine mit Palmen gesäumte Tanzdiele mit Restaurant im Freien sowie mehrere Säle. Das Riviera war bis in die Dreißiger Jahre renommierte Adresse für Musiker. Es galt als Auszeichnung, dort spielen zu dürfen. Beide entwickelten sich weit über Berlin hinaus zu Publikumsmagneten und machten Grünau zu einem beliebten Ausflugsziel.

Interessant ist auch ein etwas versteckter kleiner Saal mit arabesk-verziertem Stuck, in dem auf Säulen ein dandyhafter Mann mit Weinflasche und eine barbusige Dame im Mieder stehen und von der eher heimlichen Dekadenz des fin de siécle zeugen.

9426425548_b3fd2be41e_b

Im zweiten Weltkrieg soll die politische Organisation „Kraft durch Freude“ (KdF) der Nationalsozialisten Träger von Gesellschaftshaus und „Riviera“ gewesen sein. Sie hatte die Aufgabe, die Freizeit der Bevölkerung zu gestalten, zu überwachen und gleichzuschalten.

Nach 1945 übertrugen die Sowjets die Verwaltung an das Bezirksamt Köpenick. Zu DDR-Zeiten wurde das Ensemble durch die HO (volkseigener Betrieb) bewirtschaftet. Hier legten die Dampfer der Weißen Flotte an, hier feierten die Ost-Berliner Bälle, traten viele Künstler auf. In den 80er-Jahren musste der Tanzsaal gesperrt werden. Die übrigen Räume wurde als Disko und Bar genutzt. Noch heute zeugen die Räume von Jugend in diesem Gebäude.

Nach der Wende wurde es geschlossen, dann von der Treuhand, später der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft verwaltet und seitdem steht es leer. 1999 wird das Kavaliershaus abgerissen.
Da sich die Gebäude in einem so schlechten Zustand befinden, dass in ein paar Jahren der komplette Abriss befürchtet und eine Renovierung als unwirtschaftlich angesehen wird, ist der Bezirk inzwischen soweit, nur noch den Erhalt der beiden großen Säle als Vorgabe für einen Umbau zu machen. Das Gesellschafterhaus und die Riviera stehen seit 1977 in der Landesdenkmalliste.


Zusammengefasst

Kategorie: Gastronomie & Kultur
Bundesland: Berlin/Germany
Baujahr: 1888 bis 1890 und 1874 bis 1875
Verlassen seit: 1991
Status: unsaniert, teils einsturzgefährdet
Gesamtfläche: siehe Wikipedia-Einträge beider Gebäude
Denkmalschutz: ja
Architekt:

Erkundet: 2013
Foto-Copyright: URBAN ARTefakte
sonstiges: Außenaufnahmen aus 2013
Text-Quellen: Wikipedia, The Ost World, BZ Berlin

http://the-ost-world.blogspot.com/2013/05/ballhaus-rieviera-und-gesellschaftshaus.html
https://www.bz-berlin.de/berlin/treptow-koepenick/haus-riviera-ueberlebte-nazis-und-ddr-dann-stand-es-leer
https://de.wikipedia.org/wiki/Riviera_(Berlin)
https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaftshaus_Grünau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s