Arzt-Villa in Hessen

Verlassene Urologie mit angrenzendem Privatwohnsitz

Unzählige Gruselgeschichten gibt es über das Haus, welches in Teilen auch ein privates Objekt ist bzw. war. Die Frage, wie solch ein Haus von „heute auf morgen“ verlassen werden konnte, oder aber auch: die Praxis mit diesen alten Instrumenten – wird wohl nicht mehr beantwortet werden können. Das gibt Stoff für zahlreiche Verschwörungen und Schauermärchen.

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Nun habe ich durch Zufall also auch zu dieser Villa gefunden. Erst Tage nach meinen Erkundungstouren wurde mir klar, das es jene Villa war, die ich mir schon so lange Zeit im Internet angeschaut hatte, weil mich die Fotos anderer Urban Explorer förmlich anzogen.

Leider war ich nicht mit meiner dafür benötigten Kameraausrüstung dort, denn eigentlich war ich in dieser Gegend zum ärztlich verordneten erholen. Bei einer zweiten Tour hatte ich mir eine spärliche Ausrüstung zusammen gesucht, wenigstens eine Taschenlampe, ein „Notstativ“ und noch jemanden an meiner Seite wollte ich dabei haben. Es war die bisher bizarreste (Szene)-Location, die ich in meinen ganzen Jahren je ablichten konnte.

Die Fotos die ich aus dem Netz kenne, schon ein paar Jahre alt, das habe ich leider nicht mehr vorfinden können. Die berühmten Bilder der „Skelettfrauen“ (Metamorphose einer Frau) waren da schon gestohlen – gleiche, die jetzt durch Auktionshäuser wandern – die ich eigentlich mit der roten Wand fotografieren wollte.
Wie man anhand dieses Fotos sehen kann, wurde kurz vor meinem Besuch sogar der Safe aufgebrochen. Erst hat man scheinbar versucht, ihn in Gänze aus der Wand zu stemmen und als das nicht gelang, hat man das Schloss aufgebohrt. Unglaublich, mir fehlen die Worte. Das Album der Arzt-Villa von Danilo Necodemo sollte man dazu gesehen haben!

Ob es sich bei den Bildern um die Originale der Paravents von Leonor Fini: „Metamorphose einer Frau“ handelt, kann natürlich nicht mit Gewissheit gesagt werden. Wenn man allerdings diese Villa „kennt“, mögen Zweifel aufkommen, das es keine gewesen sein sollen!
Der Schätzwert dieser Kunstwerke lag 2008 im Auktionshaus bei 22.000 Euro! Auf der Seite: liveauctioneers ist diese Auktion weiterhin sichtbar, auf der Seite: kunstmarkt.com kann man in den Infos lesen: „Die Gesamtauflage des Paravents ¹ ² betrug 135 Stück, es kamen 120 Exemplare zum Verkauf, 15 Exemplare waren für die Künstlerin [Leonor Fini] reserviert.“

Die frühesten Fotoaufnahmen, die ich bisher im Netz zum Haus Anna L. finden konnte, sind von vSphera aus 2012, die auch besagtes Video (siehe unten) mit den noch vorhandenen Paravents (ab sec 20) 2013 auf YouTube hochgeladen hatte.

Diese Villa ist leider vom Vandalismus schon zu stark zerstört, Dinge (zweck)entfremdet, das Gebäude ist in einem nicht mehr wirklich guten Zustand, schimmelt, das es in den oberen Bereich schon teils ziemlich zu bröckeln und zu knirschen beginnt.
Leider haben einige Urban Explorer (wenn man sie denn überhaupt so nennen kann) die Daten der Location an die Zeitungen weiter gegeben und sich mit ihren Fotos an diese verkauft. Das wird dann wohl das Ende dieser Arzt-Villa sein!

Ich würde abraten, dort die oberen Etagen zu besuchen. Auch ich habe einige Zimmer ausgelassen, weil die Decken bzw. der Boden nicht mehr tragend bzw. schon eingestürzt waren. Letztendlich muss das aber jeder für sich selbst entscheiden!

Und hier die restlichen Fotos dieser Villa (und nur die der Praxisräume):

Bewegtbild dieser Location aus 2012:

Nachtrag, 2020
Wie zu erwarten war, hat es in dieser Location gebrannt. Nachdem anfangs Lokalzeitungen „dank zweier Fotografen“ über diesen Lost Place berichtetet hatten, zog wenig später auch die BILD nach. Es ist erschreckend zu sehen, in welchem Zustand heute das Haus „Anna L.“ ist. Und auch, wie Schreiber, die nicht aus dem Sessel kommen, die Urbexer-Szene kriminalisieren, um sich dann genau an ihr zu bedienen, um genüssliche Artikel schreiben zu können, die Clickbaits bringen. Ekelhaft!

2 Gedanken zu “Arzt-Villa in Hessen

  1. Bin mir ziemlich sicher, dass ich weiß um welches Gebäude es sich handelt, obwohl ich (noch!) nicht da war! Das ist ja wohl der Traum eines jeden Urban Explorers. Absolut prototypisch für alles, was man sich zu sehen erhofft 😀 Dennoch: Super interessant.

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    1. Warst Du zwischenzeitlich noch dort?
      Ja, der Name der Location wurde leider preis gegeben, u.a. auch von der Presse. Habe gestern Fotos aus Juli 2014 gesehen, wo schon ziemlich viel zerstört war. Unglaublich traurig…
      Das war wirklich das bisher beeindruckenste, was ich gesehen habe. 🙂

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