Fleischfabrik – Art in Abandoned Tour in der Konsumgenossenschaft Lichtenberg

Streetart-Tour durch die Fleischfabrik mit go2know

Am 8. Juni 2012 war ich in der Alten Fleischfabrik in Berlin-Lichtenberg. Ich hatte ausnahmsweise mal eine Tour über go2know gebucht, die mit ihrer streitbaren Eventagentur gerade neu gestartet waren.
Meine Tour umfasste die reine Streetart-Tour von 4 Stunden; sprich: ich hatte mich an dem Tag entschieden, mein Hauptaugenmerk tatsächlich nur auf die Streetart zu legen (sonst hätte ich ja auch eine andere Tour buchen können, die eben vor allem Lost Places beinhaltet).

Alles weitere, was man in den Jahren nach 2012 in einzenen Blogbeiträgen zur Fleischfabrik sehen kann, scheinen schon „erweiterte Touren“ gewesen zu sein (oder ein anderes Paket wurde gebucht). Vielleicht hatte ich mich aber auch nur auf gewisse Räume festgelegt, das weiß ich so genau nicht mehr.
Daher habe ich in Bezug zu Lost Places mal die Fotos heraus gesucht, die zumindest ein wenig von der Fleischfabrik zeigen, auch wenn es letztendlich nur kleine Details sind.

Zur Geschichte der Konsumgenossenschaft Berlin

Die DDR hatte zwei große Handelsketten, die HO (Handelsorganisation) und die Konsum Genossenschaft. Diese wurde bereits 1899 gegründet und versprach den Mitgliedern einen besonders preiswerten Einkauf. Aber nicht nur vom Verkauf sollte profitiert werden, sondern es wurden auch einzelne Produktionsstätten geschaffen. Eine der ältesten Zeitzeugen der Deutschen Industriegeschichte ist die Fleischfabrik des Konsum in Berlin-Lichtenberg.

Die Konsumgenossenschaft Berlin erwarb um 1900 ein etwa 124.000 Quadratmeter großes Areal zwischen der Rittergutstraße (heute: Josef-Orlopp-Straße), der Ruschestraße und der Bornitzstraße.
Der Architekt Leberecht Paul Ehricht erhielt den Auftrag zum Entwurf eines repräsentativen Verwaltungs- und Vorstandsgebäudes sowie einer Mehrfamilienwohnhaus-Zeile und einer Bäckerei (in den Jahren 1910 und 1912 errichtet) auf dem Hof.
Am 29. Mai 1910 erfolgte die Grundsteinlegung für das Geschäftshaus, ein viergeschossiger Gebäudetrakt im Stil des Neoklassizismus mit einem dreiachsigen Mittelrisalit und einem Walmdach war entstanden. Der Putzbau wird straßenseitig durch drei portalartige Eingänge betont, die zu den Wohnungen der Vorstandsmitglieder führten.

Neben dem Verwaltungsgebäude entstanden im ausgedehnten Hofbereich einige Lagerhäuser für Textilien, Glas und Keramik sowie eine eigene Großbäckerei (1913). Die Bäckerei lieferte täglich 100.000 frische Brote in die Konsum-Verkaufsstellen. 1927-1928 ließ die Genossenschaft, die die spannende Abkürzung KGB trug, noch eine eigene Wurst- und Fleischwarenfabrik bauen.

Eine zweite Bäckerei, ein Kesselhaus (1928-29) und ein Werkstättengebäude mit betriebseigener Tankstelle, geplant vom Architekten Otto Wettstein, vervollständigten die Bebauung auf dem Lichtenberger Areal. Alle Produktionsgebäude und Werkstätten sind mit gelben oder roten Klinkern verblendet. Die im Hofbereich parallel zur Rittergutstraße geführte Industrie-Eisenbahn, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden war und auch als Bahnanschluss der übrigen Fabriken dieses neuen Gewerbegebiets diente, stellte eine gute transportmäßige Anbindung der Konsum-Anlagen dar.

Die alte Fleischfabrik an einem Nachmittag zu erkunden, war natürlich nicht möglich. Über die 4 Stockwerke verteilt gab es einfach sehr viel zu sehen. Mittlerweile ist diese Location aber auch schon wieder Geschichte, denn wie zu erwarten war, wurden dort mit Stand 2016 Luxuswohnungen hoch gezogen.


Zusammengefasst

Kategorie: Industrie
Bundesland: Berlin/Germany
Baujahr: um 1900
Verlassen seit: 1994
Status: unsaniert, seit 2016 zu Luxuswohnungen umgewandelt
Gesamtfläche: 124.000m²
Denkmalschutz: ja
Architekt: Leberecht Paul Ehricht, Otto Wettstein

Erkundet: 2012
Foto-Copyright: URBAN ARTefakte
Text-Quellen: Wikipedia, FTB-Fototouren, Hendrik Lorenz, JO/CA

https://de.wikipedia.org/wiki/Konsumgenossenschaft_Berlin

Die alte Fleischfabrik


https://www.hendrik-lorenz.de/berichte/verlassene-orte-verfallen-lost-places-urban-exploring-berlin-abandoned/verlassene-gebaeude-fabriken-lost-places-berlin-salzgitter/528-die-alte-fleischfabrik-der-konsum-genossenschaft-berlin-lost-place.html

Die Fleischfabrik

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s