Ziegelei Muldensteiner Werke (Aussenansicht)

Friedersdorfer Ziegelwerke – 2017 ausgebrannt

Die Muldensteiner Werke, auch unter dem Namen Friedersdorfer Ziegelwerke bekannt, war ein Betrieb der Ton- und Steinzeugindustrie, welches meist mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts in Zusammenhang gebracht wird. Die Chronik bzw. Zeittafel auf dem Webauftritt von Friedersdorf weist diese „Ziegelei-Bezüge“ allerdings schon bis in das Jahr 1500 zurück.

Nachweislich gab es um 1500 eine Ziegelbrennerei in Friedersdorf. Der Lehm wurde der Flur Ziegelkeiten der Aue entnommen. Ab dem 4. Oktober 1554 ist Heinrich von Gleißenthal im Besitz von Gut Muldenstein, hier folgen am 14. November 1586 bis 1588 die Brüder Sigmund, Heinrich, Georg und Adolph von Gleißenthal nach.
Heinrich von Gleißenthal brannte 1558 in Friedersdorf in drei Öfen ca. 75.000 Ziegel und errichtete neue Gebäude im Gut Muldenstein. Damit ist das ehemalige Rittergut und dann Herrenhaus Muldenstein gemeint, was heute ein Anwesen bestehend aus sanierter Kirche (12. Jh.), Franziskanerkloster (15. Jh.), Museum, und Kräutergarten ist.

Im Zuge der Industrialisierung in Deutschland wurden für den Bau neuer Fabriken und Werksiedlungen Unmengen Ziegel gebraucht. 1864 wurde aufgrund dessen eine Dampfziegelei gebaut. 1868 erwirbt Heinrich Meisel das Rittergut Muldenstein, u. a. mit der Ziegelei. Er ändert den Namen von Dampfziegelei Muldenstein in Muldensteiner Werke um. Im Jahre 1873 folgt der Bau einer weiteren Ziegelfabrik. Das dürfte nachweislich auch die sein, von der meine Fotos stammen.
Gleichzeitig stoßen Hans und Arno Meisel in die Führung des Unternehmens, nachdem der Vater erkrankte. 1874 verstirbt Hans Meisel, drei Jahre später der Vater Heinrich Meisel.
Die Gesellschaft geht auf seine Erben, darunter seine Ehefrau Charlotte Louise Meisel und seinen Sohn Arno Meisel über. 1883 gehört die Gesellschaft zu den Gründungsmitgliedern des „Vereins Bitterfelder Industrieller“. Charlotte Louise Meisel scheidet im Jahre 1884 aus der Gesellschaft aus. 1936 wurde dann der Betrieb zur GmbH umgewandelt.

1905 erwarb die Familie Bretschneider aus Wolfsgrün das Rittergut Muldenstein, seine Liegenschaften, die Muldensteiner Werke und die Grube „Lutherslinde“ (heute Tagebaurestloch).
Mit Unterbrechungen war die Muldensteiner Werke GmbH bis ca. 1960 in Betrieb. Während der ganzen Zeit wurden Steine aus dem bei Muldenstein anstehendem Ton hergestellt. Zur Produktion gehörten hochqualitative: Loch- oder Deckensteine, Tonsteine und Klinker in Form von Steinen und Platten. Nach einem Brand wurde die Ziegelei um ca. 1960 stillgelegt. Seit dieser Zeit stand der Betrieb leer.

Im Internet wurde ab ca. 2016 das etwa 21.000 Quadratmeter große Objekt bestehend aus 5 Gebäuden plus einem Wohngebäude zum Verkauf angeboten, nur ein Jahr später kam das Feuer, welches sich im September 2017 genau in der Mitte des Dachstuhls entfachte. Die Tagesszeitung MZ sprach von einer sehr wahrscheinlichen: Brandstiftung.

Der heutige Besitzer möchte nicht genannt werden. Weitere Recherchen im Internet ergaben, dass es sogar noch diverse Ziegel- und Steinerzeugnisse aus der Muldensteiner Ziegelei auf diversen Verkaufsplattformen zu kaufen gibt. Wie es mit der Alten Ziegelei in Muldenstein weitergeht oder ob diese nun dem gänzlichen Verfall preis gegeben ist, bleibt ungewiss. In der Denkmalliste sucht man dieses Objekt vergebens.


Zusammengefasst

Kategorie: Industrie
Bundesland: Sachsen-Anhalt/Germany
Baujahr: 1864 oder 1873
Verlassen um: ca. 1960
Status: Verkauf mit Stand 2016, 2017 ausgebrannt
Gesamtfläche: ca. 21.000m²
Denkmalschutz:
Architekt:

Erkundet: 2011
sonstiges: Fotos Innenansicht der Ziegelei, Fotos vom Wohngebäude
Foto-Copyright: URBAN ARTefakte
Text-Quellen: Wikipedia, St. Museum Digital, Bitterfelder Spatz, Mende HGS (Archiv), Patifakte

https://st.museum-digital.de/index.php?t=people&id=4213
https://www.bitterfelder-spatz.de/wisl_s-cms/redaktionell/3/Startseite/5127/Jetzt_nagt_der_Zahn_der_Zeit.html
http://web.archive.org/web/20180303235252/https://www.mende-hgs.de/immobilien/kapitalanlage_gro_es_gewerbeobjekt_mit_viel_potential
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedersdorf
(Mulde)
https://www.patifakte.de/artefakte_muldenstein.htm#info

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