Art in Abandoned

Beauty in Decay – Graffiti in alten und verlassenen Gebäuden

Hierüber scheiden sich oft die Geister. Die einen hassen sie, die anderen lieben sie. Kunst (und ich spreche nicht vom Geschmiere) in Lost Places, die so manches Mal in die Location geschichtlich vs. thematisch involviert wurde oder auch übergroß angebracht, so dass diese Werke teils nur mit Hilfe von Bergkletterern angebracht werden konnten.

Brauerei Köpenick, Streetart-Künstler: Buff Diss

Ich finde, wenn eine Location schon so ziemlich verranzt ist, wird sie noch einmal so richtig interessant für Sprayer und Painter. Wir müssen uns ja nichts mehr vormachen. Selbst wenn Denkmalschutz drauf steht, weiß man nicht erst seit heute, das trotzdem abgerissen wird. Das ist eine Schande, aber Geld regiert scheinbar tatsächlich die Welt.

Brauerei Köpenick, Streetart-Künstler: El Bocho

So finden sich Werke in Lost Places, die verspielt – ja fast niedlich wirken, aber auch die, die zum Nachdenken anregen, wenn es z.B. in einem verlassenen Krankenhaus heißt: „Meth Dead“ und in einem ehemaligen Kinderkrankenhaus (wo zu DDR-Zeiten auch Zwangsadoptionen vollzogen wurden) das Bildnis eines Kindes angebracht wurde, neben dem steht: „I´m ready to go home. Now.“oder „Mary, wo bist du“ – ein Painting einer furchtbar anmutendenen Kreatur mit einer Spritze in der Hand.

Nachfolgende Fotos sind alle aus unterschiedlichen Krankenhäusern:

Es gibt keine Definition, wo ich die besten „Art in Abandoned“ gefunden habe. Hotspot war (für mich) jahrelang die Brauerei im Bezirk Köpenick, von der ich tausende Fotos habe – zum Glück aber nicht nur von Graffiti und Installationen.
(Für mich) qualitätiv habe ich dort die ansprechensten Werke in großer und breiter Vielfalt an Kreativität gefunden, gefolgt vom Kinderkrankenhaus in Weißensee und der Rest waren Zufallsfunde.

Letztendlich war der Hype um Urbex-Graffiti schnell erkannt. Immer mehr zog es Künstler in verlassene Gebäude, was aber weniger „richtige Lost Places“ waren – sondern Zwischennutzungen für Events und Veranstaltungen, manches Mal sogar kommerzieller Anbieter. Foto-Touren wie z.B. go2know boten nun auch solche Führungen an, an der ich z.B. einmal teilgenommen hatte, weil ich sonst nicht in die Location gekommen wäre. Kunst ist auf einmal nicht mehr für alle da, sondern das Geld entscheidet, wer was sehen kann. Das ging ziemlich schnell!
Alles in allem habe ich bis zur heutigen Zeit auch viel verpasst, weil es mir nicht möglich war, das eine oder andere Event aufzusuchen, aber es geht ja immer weiter! Streetart und somit auch Urbex-Graffiti wird es immer geben.

Nachfolgend Fotos der Brauerei:

Und sonstige aus Berlin-Friedrichshain, Berlin-Pankow, Berlin-Wedding und Pic´s aus Brandenburg:

📷 2009-2015

Ein Gedanke zu “Art in Abandoned

  1. Sehr, sehr cool! Finde Graffiti ja sowieso cool und überhaupt nicht schlimm. Aber in solchen Umgebungen passt es natürlich besonders gut.

    Wer sich für so etwas interessiert sollte mal „Graffiti Chernobyl“ bei Google eingeben. Da findet man einiges wirklich tolles. Was ich persönlich weniger toll finde, eher ziemlich mies, ist das dafür ein Ort wie Tschernobyl angepinselt wurde. Trotzdem schön anzusehen.

    Vielleicht hat der / die ein oder andere ja Lust mal meine Bilder von Lost Places (uvm.) abzuchecken: http://www.SagtMirNix.net

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